Masterclass mit John Truby

Masterclass TV-Serie

John Truby in Berlin

Unmittelbar bevor die Berlinale auch in diesem Jahr wieder zu den Drama Series Days gebeten hat, gab es Anfang Februar in Berlin die seltene Gelegenheit, einer Masterclass von Hollywoods bekanntestem Drehbuchlehrer und -berater beizuwohnen: John Truby.

In dem intensiven dreitägigen Workshop Anfang Februar, der in Zusammenarbeit mit Sweety Productions entstand, drehte sich alles um die eine Frage: Wie schreibt man herausragende TV Serien im Stile von „Breaking Bad“, „Game of Thrones“ oder „Mad Men“?

Vor der eindrucksvollen Kulisse des altehrwürdigen Babylon Kinos verriet Truby rund 80 Filmschaffenden und angehenden Drehbuchautoren die Geheimnisse des Qualitätsfernsehens. Und zu diesem Zweck brachte er auch seinen prall gefüllten Werkzeugkasten mit. 

Seine ausfüjhrlich dargelegte Analyse fußte dabei hauptsächlich auf seinem bekannten „7 Steps“-Modell - den sieben Ankerpunkten, die in keiner gut erzählten Geschichte und in keiner Serienfolge fehlen dürfen. Ausführlich erläuterte er Bedürfnisse und Schwächen von Hauptfiguren, die den Motor jeder Geschichte bilden, erklärte, wie man die besten Antagonisten erschafft, die in einen Kampf mit dem Protagonisten ziehen, der dann idealerweise zur Selbsterkenntnis führt. Eine Entwicklung, die allerdings nicht zwangläufig bei jedem Serienhelden vorzufinden ist. 

Am ersten Tag widmete sich John Truby den herausragenden Drama Serien des sogenannten "goldenen Fernseh-Zeitalters". Anhand mehrerer Case Studies zu amerikanischen Hit-Serien demonstrierte er, wie vielfältig die Kreativen die sieben Schritte umsetzen, worauf es beim Dialogschreiben wirklich ankommt und wie man ein funktionierendes und fesselndes Figurenensemble aufstellt. Detailliert ging er auch auf die deutschen Vorzeigeserien „Weißensee“ und „Deutschland 83“ ein. Zudem nahm sich Truby mehrmals am Tag Zeit, die Fragen seiner Zuhörer zu beantworten. Außerdem sparte er nicht an wertvollen Tipps, wie man sein erstes TV-Drehbuch an den Mann bringen kann.

Am zweiten Tag führte er den Zuhörern vor Augen, wie wichtig es ist, ein Meister seines Genres zu sein. Von Horror bis zur Daily Soap nahm er alle gängigen Serien-Spielarten eingehend unter die Lupe und zeigte die Möglichkeiten auf, die entstehen, wenn man einzelne Genres miteinander verbindet. In zahlreichen Videoclips verdeutlichte er zudem, wie Theorie zur Praxis wird und lockerte damit auch den dichten Informationsfluss auf.

Am dritten Tag schließlich durfte auch mal gelacht werden.Von Sitcom bis Dramedy analysierte John Truby die gesamte Bandbreite, die das Comedy-Genre zu bieten hat. Anhand von Serien wie „Seinfeld“, „The Big Bang Theory“ oder „Girls“ erläuterte er die hohe Kunst des Lustigseins, zu der mehr gehört als nur zündende Gags.

Drei Tage lang hat John Truby so nicht nur sein enzyklopädisches Serien- und Drehbuchwissen weitergeben, sondern alle Teilnehmer seiner Masterclass auch ermutigt, sich selbst an grandiose Seriendrehbücher zu wagen. Ausreichend Werkzeuge dafür hat er jedenfalls definitiv bereitgestellt...

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