Snatch_Gang

Snatch

Cool Britannia goes Serie

Großes Kino, tolle Serie? Ab heute startet beim Pay-TV-Sender AXN die Serienadaption zu Guy Ritchies Gangster-Streifen „Snatch – Schweine und Diamanten“ mit Luke Pasqualino („Skins“), Rupert Grint („Harry Potter“) und Lucien Laviscount („Scream Queens“) als Londoner Banditen auf krimineller Fettnäpfchen-Tour.

Nah an einer Coming-of-Age-Dramödie konzentriert sich der Plot vorwiegend auf die drei Gauner wider Willen, die bei einem Überfall an eine große Ladung Goldbarren geraten. Und das, obwohl sie und die äußerst selbstbewusste Lotti (Phoebe Dynevor) sich eigentlich nur am kubanischen Nachtclub-Gangster Sonny Castillo (Ed Westwick aus „Gossip Girl“) für ein krummes Ding rächen und mit der Beute endlich auf eigenen Beinen stehen wollten. Die lokale Unterwelt will ihre Schätze natürlich zurück und macht daher Jagd auf die Jungspunde, deren Lage folgerichtig immer verzwickter zu werden droht.

Snatch_Ed_Westwick

Obgleich die Serie mit ihrem betont coolen Brit-Style und der knackig aufgereihten Episodendramaturgie gelungene Genre-Unterhaltung serviert, wird eine bewusst provozierte Erwartung letztlich schon im Piloten abgeräumt. Die von Showrunner Alex De Rakoff („The Calcium Kid“) durchchoreografierte Staffel ist zwar von Guy Ritchies gleichnamigem Klassiker inspiriert und trägt sogar dessen Titel. Doch die extrem freie Adaption hätte in dieser Form theoretisch auch einen ganz anderen Namen verpasst bekommen können, ohne dass es Kennern des hitzig verschrobenen Originals, das schon aufgrund seines parodistischen Ansatzes bis heute Kultstatus genießt, weiter aufgefallen wäre. Weder Story oder Figuren, noch die schnittige Ästhetik der Serie knüpfen direkt an Ritchies virtuos raubeinige Gangsterkomödie an, die schon allein durch Brad Pitts geniale Verkörperung des nuschelnden Boxers „One Punch“ Mickey O’Neil ihren Platz in den Annalen des britischen Films einnimmt.

Doch losgelöst von allen Vergleichen zwischen Vorlage und Adaption markiert „Snatch“ darüber hinaus ein serienkulturell viel spannenderes Phänomen, das sich zu einem rückblickend viel gepriesenen oder vielleicht auch hart kritisierten Trend ausweiten dürfte: die Umsetzung eines bekannten (Marken-)Namens in Form einer Serie, die ohne allzu enge Anbindung an die Vorlage auskommt und letztlich kaum mehr als den Namen mit ihr gemein hat. „Snatch“ sattelt offenkundig auf dem Renommee des Films auf, um alte wie neue Zuschauer für das aufgefrischte Update zu gewinnen. Und genau darin liegt letztlich ein marktstrategisches Potenzial, das weit über De Rakoffs Serie hinausgeht.

Snatch_Rupert_Grint

Netflix hat beispielsweise jüngst verkündet, eine eigene Serie zur vor allem unter Gamern heiß verehrten Rollenspiel-Reihe „The Witcher“ zu produzieren. Dabei soll sich die Serie nicht an den Games, sondern an den von Autor Andrzej Sapkowski verfassten Romanen rund um deren Vorgängergeschichte orientieren. Die „Witcher“-Serie, so darf munter spekuliert werden, baut daher allem Anschein nach auf Erwartungen, die so oder so nicht eins zu eins mit den Originalen zusammengehen dürften. Dennoch könnte ähnlich wie bei den meist brav an der Vorlage hängenden Comic- bzw. Superheldenserien das hohe Faninteresse in Kombination mit den bisher von der Marke "The Witcher" noch nicht erreichten Zuschauern für genug Bohei sorgen, um einen erfolgreichen Start zu garantieren.

Ob nun „Snatch“, „The Witcher“ oder weitere Beispiele - der Trend zur freien Adaption einer etablierten Erzählwelt verspricht in jedem Fall nicht nur unter Fans eine ganze Menge Diskussionsstoff über die Zukunft der Serie.

Snatch“ läuft seit dem 23. März immer dienstags ab 21:50 bei AXN in Doppelfolge. Die Episoden sind nach der TV-Ausstrahlung auch bei den Mediatheken von Vodafone, Unitymedia und Entertain verfügbar.
 

Text: Alexander Schlicker

Fotos: MATT SQUIRE/CRACKLE

 

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