Leftovers Keyart

Das Jahr in Serien

Die SERIENCAMP-Highlights der abgelaufenen Season

Zwölf Monate, ein SERIENCAMP und mehrere hundert Serien, die mittlerweile alle um die Gunst eines zunehmend fragmentierten Publikums kämpfen. Auch im SERIENCAMP-Team haben sich etliche Favoriten herauskristallisiert, die Festival-Direktor Malko Solf, Kommunikationschef Christopher Büchele, Programm-Direktor Gerhard Maier (der via CONFERENCE noch ein eigenes Resümée ziehen wird), Event-Koordinatorin Simone Schellmann und unser Autor Alexander Schlicker ohne bestimmte Reihenfolge oder Anspruch auf Vollständigkeit und hundertprozentige Übereinstimmung hier zusammengetragen haben. And the winners are...

Master Of None Still

MASTER OF NONE – SEASON 2 (NETFLIX)

Mit der Erwartung smarter aber letztlich nicht besonders tiefgründiger Unterhaltung in die zweite Season gegangen und mit einer ganzen Reihe kunstvoll inszenierter Kurzfilmvignetten wieder herausgekommen. Aziz Anzari ist der „Stadtneurotiker“ unserer Generation.

THE LEFTOVERS – SEASON 3 (SKY)

Diesmal hat’s Lindelof im Finale nicht verbockt: Die „Leftovers“ haben sich nach herausragender zweiter und dritter Season ihr Mysterium bewahrt und mit nahezu jeder Episode ein eigenständiges Kunstwerk erschaffen.

PATRIOT (AMAZON PRIME)

Die vielleicht schrägste, tollste und am wenigsten agentenmäßige Agentenserie der letzten Jahre. Voller Figuren, die auch der (schwächeren) dritten „Fargo“-Season gut zu Gesicht gestanden hätten und die „Patriot“ zur vielerorts unterschätztesten Serie des Jahres werden lassen.

CATASTROPHE 1 – 3 (AMAZON PRIME)

Schon etwas angejahrt, aber jetzt endlich auch in Deutschland verfügbar: Die vielleicht aufrichtigste und schmerzhafteste Pärchen-Dramedy, welche die Serienwelt in den vergangenen Jahren hervorgebracht hat. Selbsterkenntniswert: Hoch! 

THE OA (NETFLIX)

Ein Serienmysterium, das sich seines Zaubers zum Ende hin selbst beraubt hat. Ob das jetzt gut oder schlecht war, ist noch nicht entschieden. Aber der ungewöhnliche mutige Weg dorthin hat gehookt wie kaum etwas anderes in diesem Jahr.

 

Twin Peaks Bild

TWIN PEAKS – DIE RÜCKKEHR (SKY)

Ja, „Twin Peaks“ hat nicht mehr die Bedeutung von früher. Und ja, David Lynch schert sich natürlich einen feuchten TV-Dreck um Kleinigkeiten wie Zugänglichkeit oder Kausallogik. Allerdings wird man für so manche dramaturgische Härte in den 16 völlig enigmatischen Episoden mit einigen unvergesslich lynchenesken Höhepunkten belohnt. Danke für soviel Mut zur geschmacklichen Kontroverse.

AMERICAN GODS (AMAZON PRIME)

Was für ein schwer verdaulicher, visuell überbordender und trotzdem großartiger Serienbrocken! Vielleicht unnötig breit ausgewalzt an manchen Stellen, in seiner Kompromisslosigkeit aber auch endlich mal etwas anderes!

BRUDER – SCHWARZE MACHT (ZDF NEO)

Von der Öffentlichkeit leider weitgehend unbemerkt, zeigt der Vierteiler in schonungsloser Authentizität den Weg zweier Männer zum Islamismus und den vergeblichen Kampf einer Schwester um das Schicksal ihrer Familie. Gut recherchiert, punktgenau an den Charakteren und ohne platten Fingerzeig – so sollte deutscher Dramastoff in Serie öfter ausfallen.

STAR TREK - DISCOVERY (NETFLIX)

Mal ehrlich: Wer erwartet von einem „Star Trek“-Ableger auch nur den Hauch erzählerischer Innovation? Zugegeben, auch „Discovery“ erfindet keinen Genredeut neu, doch wagt endlich mal eine kleine Frischzellenkur. Dafür zwei Spitzohren hoch und bitte nicht mit unfairen Vergleichen zu „Deep Space Nine“ gleich wieder ersticken.

MENTAL (YLE)

Nach „#Lovemilla“ gelingt es den Finnen von YLE nun schon zum zweiten Mal, Geschichten zu erzählen, die beim jungen Publikum auch tatsächlich ankommen - mit Ernsthaftigkeit, Punkrock-Attitüde und reichlich schwarzem Humor. Nicht zuletzt deshalb ein Beispiel dafür, wie Öffentlich-rechtliche Sender auch in Zeiten von Youtube und Snapchat am Ball bleiben.

Hindafing Szenenbild

HINDAFING (BR)

Geht doch! Ein wilder, satirischer und in Wirklichkeit gar nicht weit her geholter Trip in die bayerische Provinz, halb Dietl, halb Coens und eine eindrucksvolle Visitenkarte für die NeueSuper. 

DARK (NETFLIX)

Auf den letzten Metern beweist Netflix dann doch noch, dass es dieses Jahr nicht nur ziemliche belanglose Eigenproduktionen im Portfolio hat. Gerade weil sich „Dark“ mit seinem Zeitlinien-Plot so unverschämt offen bei zig Vorbildern bedient, dabei jedoch nicht auf typisch deutsche TV-Untugenden setzt und eine intertextuell extrem dicht gesponnene Mystery-Stimmung konstant durchhält, knistert sich die erste Staffel völlig zurecht auch in internationale Feuilletons.

AMERICAN HORROR STORY: CULT (FOX)

Wer Horror mit billigen Effekten gleichsetzt, hat nichts verstanden. Immer noch hierzulande mit am meisten unterschätzt, schaffte es „Cult“, dem klugen True-Crime-Ansatz der Vorgängerstaffel mit seiner eben nicht platt dichotomischen Bestandsaufnahme amerikanischer (Un-)Befindlichkeit nach der Wahl Donald Trumps erneut eine erzählerisch doppelbödige Nachfolge zu bescheren. Nicht nur popkulturell einfach klasse.

PETUL (WEBSERIE/SERIENCAMP)

Wer diesen französischen Realfilm-Horror aus Tiersicht durchhält, sieht nicht nur mal wieder, wie filmisch innovativ unsere Nachbarn sind, sondern auch, wie greifbar eine im Grunde narrativ simple Parabel über Mice and Men einen (leider) alltäglichen Vorgang zum wahren Alptraum avancieren lässt. Für Menschen mit Gewissen eigentlich unerträglich und deshalb ein kleines, wenn auch bisher nur im Netz und auf Festivals sichtbares Meisterwerk.

BABYLON BERLIN (SKY)

Ganz schön eindrucksvoll, wie X Filme Creative Pool hier zusammen mit Sky, ARD und Beta das Berlin der wilden 20er wieder zum Leben erweckt haben. Als wilden, aufregenden und vor allem auch international für Aufsehen sorgenden Tanz um den Vulkan, mit dem deutsches Serienschaffen den dringend benötigten Push in eine goldene Ära erhalten haben könnte.

Legion Still

LEGION (FOX)

Surrealere, gleichzeitig motivisch durchdachtere und schlicht brillantere Bilder hat das Superhelden-Genre wohl noch nie in Serie gesehen als in Noah Hawleys anspruchsvollem Psychadelic Dream im „X-Men“-Kosmos. Ein Halluzinatorium, das inszenatorisch Maßstäbe setzt…Sorry Marvel, aber da können die „Defenders“ einfach nur einpacken.

I LOVE DICK (AMAZON)

Zupackend, intelligent und poetisch virtuos. Der Kampf einer Künstlerin um ihren Umgang mit Begehren und der sexuellen Macht eines von Kevin Bacon grandios zelebrierten Arschlochs, gehört definitiv zu den anspruchvollsten, aber eben auch aussagekräftigsten Serien dieser Saison.

TOP OF THE LAKE: CHINA GIRL (ARTE)

Nicht ganz so intellektuell überambitioniert wie Staffel 1, verpackt „China Girl“ Motive wie Sexismus, Ehe und Familie auf erdrückend eindringliche, psychologisch höchst komplexe Art in eine packende Crimestory um einen Prostitutionsring. Gerade der Cast um Elisabeth Moss entlockt den Figuren immer wieder Momente purer, erratischer Filmmagie.

SERIENCAMP - Season 4

Die vierte Season des SERIENCAMP FESTIVAL steigt im November 2018

Programm 2017

Es ist vollbracht! Freut Euch mit uns auf über 50 Serien und sichert Euch schnell Eure Gratis-Tickets!

SERIENCAMP CONFERENCE 2018

The two day industry event dedicated to serial storytelling will be back in November!

SERIENCAMP CONFERENCE 2017: RECAP

After two years of hosting the so-called PROFESSIONAL DAYS, SERIENCAMP gave birth to the CONFERENCE in 2017, two days filled with panels,